Brüssel. Die europäische Verkehrspolitik stellt wichtige Weichen für die Zukunft des Taxigewerbes. Vertreter des Bundesverbands Taxi und Mietwagen nutzten die letzte Septemberwoche deshalb für einen intensiven Austausch in Brüssel. Auf dem Programm standen die „Connecting Europe Days“, Gespräche mit Vertretern des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission sowie die Sitzung der Taxigruppe der International Road Transport Union (IRU). Die zentrale Botschaft: Das Taxigewerbe steht bereit, die Mobilität von morgen aktiv mitzugestalten.
Floris Cooijmans, Referent für Mobilitätspolitik, nahm an den „Connecting Europe Days“ teil. Die von der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission organisierte Konferenz brachte hochrangige Vertreter aus Politik und Verkehrswirtschaft zusammen. Mit Beiträgen von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus, Apostolos Tzitzikostas, setzte die Veranstaltung Impulse für die verkehrspolitischen Prioritäten der kommenden Jahre.
Ein besonders intensiv diskutiertes Thema war das autonome Fahren. In den Diskussionsrunden wurde deutlich: Robotaxis könnten schon sehr bald zum Straßenbild europäischer Städte gehören. Die Erfahrungen aus den USA und China zeigen, wie weit die Entwicklung bereits vorangeschritten ist. Für Europa stellt sich damit umso dringlicher die Frage, unter welchen Bedingungen autonome Fahrzeuge in die bestehenden Mobilitätsangebote eingebunden werden.
Für den Bundesverband ist klar: Das Taxigewerbe muss dabei eine zentrale Rolle spielen. Die Branche verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Personenbeförderung mit PKWs, kennt die Bedürfnisse ihrer Fahrgäste und die Anforderungen vor Ort. Dieses Wissen ist eine wichtige Grundlage, um autonome Mobilität bedarfsgerecht auf die Straße zu bringen.
Parallel führten Verbandspräsident Gregor Beiner und Armand Joseph-Oudin, Chef der Pariser Taxizentrale G7, Gespräche mit Vertretern des Europäischen Parlaments und der Kommission. Zu den Gesprächspartnern gehörten der italienische Europaabgeordnete Pierfrancesco Maran, der sich stark in die europäische Debatte über Robotaxis einbringt, sowie Silvia Bartolini, die im Kabinett der Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen mit Fragen der technologischen Souveränität befasst ist. Der direkte Austausch bietet die Gelegenheit, die Erfahrungen und Anliegen des Gewerbes frühzeitig in die politische Diskussion einzubringen.
Am Donnerstag beschloss die Taxigruppe der IRU einstimmig ihr Arbeitsprogramm für 2027. Zu den Schwerpunkten zählen die Regulierung von Robotaxis, die anhaltende Kraftstoffkrise und der Einsatz für einen Regulierungsrahmen, der die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt. Damit bleibt die Stärkung lokaler Gestaltungsmöglichkeiten ein zentrales Anliegen der internationalen Branchenvertretung.
„Von neuen Umweltvorgaben bis zur Regulierung des autonomen Fahrens: Entscheidungen auf europäischer Ebene gewinnen für unser Gewerbe immer mehr an Bedeutung. Der direkte Austausch mit den europäischen Organen wie dem europäischen Parlament und der europäischen Kommission ist somit essenziell. Die Gespräche zeigen erneut, eine nachhaltige Veränderung des Verkehrs ist nur zusammen mit dem Taxigewerbe möglich. “, erklärt Gregor Beiner, Präsident des Bundesverbands Taxi und Mietwagen.