Schwerin. Die angespannte Situation im Bereich der Krankenfahrten im Taxigewerbe in Mecklenburg-Vorpommern war Gegenstand eines hochrangigen Austauschs zwischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Guido Sembach, Landesverbands-Vorstand im Bundesverband Taxi und Mietwagen. Dabei wurde deutlich: Die aktuellen Rahmenbedingungen gefährden nicht nur die wirtschaftliche Grundlage vieler Betriebe, sondern auch die verlässliche Versorgung von Patientinnen und Patienten.

Guido Sembach schilderte im Gespräch eindringlich die Lage vor Ort. „Viele Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand. Die angebotenen Vergütungen der Krankenkassen decken die realen Kosten nicht mehr. Wenn sich hier nichts ändert, drohen weitere Rückzüge aus der Versorgung – mit direkten Folgen für die Menschen im Land“, so Sembach. Besonders in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern sei eine funktionierende Krankenbeförderung unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Das Gespräch fand am Rande von Beratungen zu den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs statt, zu denen Sembach zusammen mit anderen Wirtschaftsvertretern in das Schweriner Schloss geladen war.

Positiv bewertet der Bundesverband, dass die Landesregierung Unterstützung signalisiert hat. Gleichzeitig macht der Verband deutlich, dass es jetzt konkrete und tragfähige Lösungen mit den Krankenkassen braucht.

Auch auf Bundesebene wird die Entwicklung mit großer Sorge beobachtet. Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen, betont die grundsätzliche Dimension des Konflikts:
Die angespannte Situation in Mecklenburg-Vorpommern ist von bundesweiter Relevanz. Hier zeigen sich grundlegende Fragen im Verhältnis zwischen Krankenkassen, Aufsichtsbehörden und dem Gewerbe. Es geht um faire Rahmenbedingungen und um die Sicherstellung einer funktionierenden Versorgung.

Der Bundesverband stellt klar:
Dumping-Verträge darf es nicht geben – egal wo, egal für wen. Vergütungen müssen kostendeckend sein und die realen wirtschaftlichen Bedingungen der Unternehmen widerspiegeln. Andernfalls wird die Versorgung zwangsläufig ausgedünnt.

Vor dem Hintergrund steigender Kosten für Energie, Personal und betriebliche Anforderungen fordert der Verband:
faire und auskömmliche Vergütungsstrukturen
verlässliche, langfristig tragfähige Verträge
einen konstruktiven Dialog zwischen Krankenkassen, Politik und Gewerbe
Nur so könne die Leistungsfähigkeit des Taxigewerbes erhalten und die Mobilität von Patientinnen und Patienten dauerhaft gesichert werden.

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen appelliert an alle Beteiligten, die aktuellen Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern als Weckruf zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die Bestand haben können.