Hamburg. Der Hamburger Taxitag, ausgerichtet in den Räumen von Vattenfall, brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Taxiunternehmen, Politik und Mobilitätspartnern zusammen. Auf dem Podium diskutierten Jan Weber (Vorstand Hansafunk), Jan Grupe (Vorstand Taxenunion Hamburg), Tim Erhardt (Freenow) sowie Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dirk Ritter aus der Hamburger Mobilitätsbehörde.
Ein Schwerpunkt der Diskussion war die Einführung der kleinen Fachkunde. Michael Oppermann bekräftigte dabei klar die Position des Bundesverbands:
„Wir stehen ausdrücklich zur kleinen Fachkunde, die nun zunächst in Hamburg und Berlin eingeführt wird. Unser Ziel ist, dass sie bundesweit in den Großstädten ausgerollt wird.“
Moderator Dirk Ritter stellte auf Nachfrage von Unternehmern die föderalen Herausforderungen dar, die zu Verzögerungen in der Umsetzung geführt haben. Oppermann ließ das so nicht stehen:
„In der Zeit, in der man die kleine Fachkunde zerredet hat, hat man das Deutschlandticket eingeführt. Im Föderalismus kann man Dinge gestalten, wenn denn der politische Wille da ist. Offensichtlich war die kleine Fachkunde vielen Politikern aber zu egal.“
Oppermann betonte, dass sich diese Kritik ausdrücklich nicht gegen Hamburg richte. Mit dem Stadtstaat bestehe eine enge, konstruktive Zusammenarbeit zur Einführung der kleinen Fachkunde.
Neben diesem Schwerpunkt wurden auch weitere aktuelle Themen der Branche vertieft diskutiert, darunter die TSE-Umstellung (in Hamburg zu 70 Prozent abgeschlossen), Fragen zum Tarifkorridor sowie Herausforderungen und Fortschritte bei der Elektromobilität.
Dialog mit der Branche – und Anerkennung für die Unternehmer
Im Verlauf der Veranstaltung stellten sich die Podiumsgäste zahlreichen Fragen und Impulsen aus dem Publikum. Zudem bot eine begleitende Fahrzeugausstellung Einblicke in moderne Taxi-Technologien und alternative Antriebe. Der Austausch setzte sich anschließend informell bei Currywurst und Kaffee fort.
Oppermann hob die Bedeutung des kontinuierlichen Dialogs hervor:
„Der Austausch zwischen Unternehmern und Verwaltung ist wichtig, das wurde auch heute wieder deutlich. Dabei geht es um konkrete Fachfragen, aber ebenso um die wechselseitigen Erwartungen.“
Besonders würdigte er das Engagement der Taxiunternehmerinnen und -unternehmer:
„Die Unternehmer gestalten Tag für Tag die Mobilität in unserer Gesellschaft – flexibel, zuverlässig und oft unter herausfordernden Rahmenbedingungen. Ihr Einsatz ist die Grundlage dafür, dass das Taxigewerbe auch künftig eine starke Rolle im öffentlichen Verkehr spielt.“