München. Montag und Dienstag fand das diesjährige PBefG-Symposium gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag in München statt. Nach den Erfolgen der letzten beiden Jahre war auch dieses Jahr die Nachfrage nach dem Veranstaltungsformat für Vertreterinnen und Vertreter von Behörden ungebrochen hoch: Insgesamt 115 Teilnehmende aus ganz Deutschland konnte der Bundesverband Taxi und Mietwagen in München willkommen heißen. Neu in diesem Jahr war, dass es weniger um Theorie und mehr um die Praxis beim Umsetzen der beschlossenen PBefG-Instrumente aus 2021 ging – einige Städte haben bereits Taxifestpreise umgesetzt, das Leipziger Urteil ist richtungsweisend, was Mindestbeförderungsentgelte für Mietwagen angeht und Kommunen wie Berlin, München, Hannover und Heidelberg sind in der Prüfung oder Planung, was die Mindestpreise betrifft.

Für zwei Tage waren die Behördenvertreterinnen und -vertreter in die Landeshauptstadt München gereist, um sich auf den neuesten Stand in Sachen Anwendung des PBefG zu bringen und sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Es waren zwei intensive Tage mit unzähligen Gesprächen im Veranstaltungssaal und außerhalb. „Es ehrt uns als Veranstalter, dass das Interesse an diesem Format so groß ist und sich so viele Vertreterinnen und Vertreter aus Städten und Landkreisen die Zeit dafür nehmen, sich im Bereich PBefG bestmöglich aufzustellen. Für das Gewerbe ist diese Plattform ungeheuer wichtig, denn die Wirkung des Gesetzes steht und fällt mit seiner konkreten Anwendung durch die zuständigen Behörden vor Ort“, zeigt sich Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverband Taxi und Mietwagen, zufrieden.

Hochkarätige Referentinnen und Referenten gaben einen Einblick in ihre Arbeit und konnten konkrete Erfolge benennen: Josef Hoffmann vom Kreisverwaltungsreferat in München stellte den Münchner Festpreis vor – bundesweit der erste seiner Art und damit ein Muster für die Umsetzung in vielen anderen Städten. Kirsten Dreher, Chefin des Landesamts für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten – kurz LABO Berlin, hatte gleich zwei Auftritte: Sie informierte über den Datenabgleich ihrer Behörde mit den Plattformen Uber, Bolt, Bloq, FreeNow und der Taxizentrale. Darüber hinaus gab sie interessante Einblicke in die Genehmigungspraxis in Berlin, wo die Zahl der Mietwagen in den letzten Jahren deutlich reduziert wurde.

Zur Genehmigungspraxis sprach auch Viktor Schneitler von der Stadt Düsseldorf, er skizzierte, wie Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben erkannt und verwertet werden können. Herwig Kollar, Präsident des Bundesverbands, referierte über einen in Hamburg anhängiges Verfahren, bei dem eine Mietwagengenehmigung unter anderem mit Verweis auf den Typenzwang des PBefG und damit aus sehr grundsätzlichen Erwägungen von der Behörde nicht erteilt wird.  

Schließlich ging es natürlich auch um das Thema Mindestpreise und das Urteil des Verwaltungsgerichts Leipzig. Claudia Hille von der Stadt Leipzig gab gemeinsam mit Herwig Kollar einen Einblick in das Urteil und die Urteilsbegründung des Gerichts, das Mindestpreise für grundsätzlich zulässig erklärt hatte, die konkrete Höhe in Leipzig aber kritisiert hatte. Hille gab auch einen konkreten Ausblick, wie es in Leipzig nun weitergeht und machte dem Gewerbe und den Behördenvertreterinnen und -vertretern Mut.

Neben diesen Vorträgen gab es viel Raum für Diskussion und Austausch, der auch umfangreich genutzt wurde. Den Abschluss des zweitägigen Symposiums bildete ein Workshop „Aus der Praxis in die Politik“, in dem Landkreise und Städte aus ihrer Verwaltungspraxis Punkte sammeln konnten, die für die bessere Anwendbarkeit des PBefG optimiert werden sollten. Diese Punkte will der Bundesverband – nach Möglichkeit zusammen mit dem Städtetag – dann in die Hauptstadt tragen und dieses Feedback dem Bundesgesetzgeber übermitteln.

Oppermann: „Politik muss sich immer an der Praxis messen lassen. Wir als Bundesverband tragen seit jeher die praktischen Erfahrungen der Unternehmerinnen und Unternehmer nach Berlin, weisen auf Missstände hin und zeigen Lösungswege auf. Nun wollen wir auch der Perspektive der Genehmigungsbehörden Sichtbarkeit verleihen. Mit dem Symposium ist es uns gelungen, eine breite Plattform für die Städte und Landkreise zu schaffen. Es wird nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein.“